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KHWEKATHOLISCHE HOSPITALVEREINIGUNG WESER – EGGE

Klinikum Weser-EggeAkad. Lehrkrankenhaus der Universität Göttingen

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Kliniken

 
 
 

Institut für Anästhesiologie

Patienteninformationen

Auf diesen Seiten wollen wir Patienten, die sich einer Operation oder Untersuchung in Allgemein- oder Regionalanästhesie unterziehen müssen, vorab wichtige Informationen über Ziele und Methoden der Anästhesie geben. Diese Seite soll Sie informieren und Ihnen helfen, unnötige Ängste und Befürchtungen abzubauen.

Das Institut für Anästhesiologie unter Leitung von Chefarzt Prof. Dr. med. Ludger Bahlmann betreut folgenden operativen Standorte:

  • St. Ansgar Krankenhaus, Höxter
  • St. Vincenz Hospital, Brakel
  • St. Josef Hospital, Bad Driburg

Das Anästhesie-Team ist im klinischen Alltag die entscheidende Schnittstelle im operativen Bereich eines Krankenhauses. Die Kernaufgaben des Anästhesie-Teams sind:

Allgemein- und Regionalanästhesien
Unser Ziel ist es, Operationen und Eingriffe durch geeignete Verfahren der Allgemeinanästhesie (Vollnarkose) oder Regionalanästhesie für den Patienten so angenehm und sicher wie möglich zu machen. Neben der effektiven Ausschaltung von Schmerz werden durch den Anästhesisten gleichzeitig die Vitalfunktionen (z.B. Atmung, Kreislauf) überwacht, aufrechterhalten und optimiert.

Perioperatives Management
Das Durchführen der Narkose selbst ist nur ein Teil des Aufgabenbereichs eines Anästhesisten. Für die Beantwortung Ihrer Fragen stehen wir Ihnen schon vorher während des ausführlichen Vorgesprächs (Prämedikationsgespräch) zur Verfügung. Nach einer körperlichen Untersuchung und einer Aufklärung über die Vor- und Nachteile der verschiedenen Anästhesieverfahren treffen wir gemeinsam mit Ihnen die Entscheidung über die Art der Anästhesie. Nach der Operation übernimmt das Anästhesieteam auch die Betreuung im Aufwachraum und die postoperative Schmerztherapie.

Intensivmedizin
Wenn im Zusammenhang mit einer langen oder schweren Operation der Bedarf oder für den Patienten besondere Risiken bestehen, werden Sie anästhesiologisch rund um die Uhr auf der mit modernsten Geräten ausgestatteten Intensivstation betreut.

Schmerztherapie
Schließlich gehört die Behandlung starker Schmerzen nach bestimmten Operationen auch zu unseren Aufgaben. Zur Vermeidung oder weitgehender Verringerung von Schmerzen werden alle modernen Anästhesieverfahren, Regional-Anästhesien und kombinierte Verfahren sowie modernstes Monitoring zur Überwachung eingesetzt.

Die Schmerztherapie auf Station erfolgt nach einem standardisierten und zertifizierten Schmerzkonzept. In regelmäßigen Abständen wird das Schmerzempfinden abgefragt. Die medikamentöse Schmerztherapie kann so an das individuelle Schmerzempfinden angepasst und nach einem international anerkannten Stufenkonzept durchgeführt werden. Bei sehr starken Schmerzen werden die Spezialisten der Anästhesie hinzugezogen.

Leistungsspektrum

1. Perioperative Betreuung bei stationären und ambulanten Patienten
Vor jeder Narkose führt der Anästhesist mit dem Patienten ein persönliches Narkosevorbereitungsgespräch, um eine individuelle, dem Gesundheitszustand des Patienten entsprechende, Narkoseform für die geplante Operation zu wählen.

Mit einem modernen Gerätepark werden alle relevanten Narkoseverfahren wie Vollnarkosen und Betäubungen einzelner Körperregionen mit und ohne Katheteranlage durchgeführt:

  • Balancierte Anästhesien
  • Intravenöse Anästhesien
  • Rückenmarksnahe Regionalanästhesien
  • Periphere Regionalanästhesien

Nach der Operation erfolgt standardisiert - je nach Zustand des Patienten - eine weitere Betreuung im Aufwachraum, der eine intensivierte längerfristige Kontrolle der Herz-, Kreislauf- und Atmungsfunktion durch geschultes Fachpersonal bietet.

2. Intensivmedizinische Behandlung
Patienten mit schweren Allgemeinerkrankungen und erhöhten Risiken werden sowohl vor großen Eingriffen als auch nach langen Operationen auf der Intensivstation betreut. Diese ist mit Fachpersonal (24-stündige Arztverfügbarkeit) und modernster medizinischer Technik ausgestattet, die für eine erfolgreiche Therapie erforderlich sind. Im intensivmedizinischen Sektor gibt es folgende Schwerpunkte:

  • Behandlung des Multiorganversagens
  • Modernes Schockmanagement
  • Differenzierte Beatmungstherapien (invasiv und nichtinvasiv)
  • Differenzierte Sepsistherapie
  • Komplexe Schmerztherapie
  • Nierenersatzverfahren (Hämofiltration) u.v.m.

3. Notfallmedizinische Versorgung
Die Anästhesie stellt das hausinterne Notfallteam. Wiederbelebungsmaßnahmen und die Versorgung von Schwerverletzten im Schockraum werden professionell beherrscht.

4. Schmerztherapie
Die interdisziplinäre Schmerztherapie, d.h. die Schmerzbehandlung in enger Abstimmung zwischen den Fachbereichen, wird durch die Anästhesie organisiert. Stationäre Patienten mit akuten und chronischen Schmerzzuständen werden mit speziellen Schmerzkathetern, Medikamentenschemata oder mit Spritzenpumpen versorgt. Schmerzkatheter können entlang der Wirbelsäule und diverser Nervenstränge entsprechend des Schmerzortes und der Schmerzstärke angelegt werden. Über diese Katheter werden örtliche Betäubungsmittel gegeben. Bei starken Schmerzzuständen nach der Operation besteht auch die Möglichkeit der patientenkontrollierten Analgesie: Der Patient kann sich selbsttätig über eine Spritzenpumpe (PCA-Pumpe) intravenös Opiate in einem programmierten Dosierungsschema zuführen.

5. Versorgung mit Blut und Blutbestandteilen
Die Versorgung mit Blut ist durch ein gut funktionierendes Labor sichergestellt. Lagerung, Umgang mit und therapeutische Anwendung von Blutkonserven und Plasmaderivaten (aus Blut hergestellten Arzneimitteln) unterliegen strengen Gesetzesvorgaben. Die Anästhesie stellt die Transfusionsverantwortlichkeit. Die Rückgabe von gesammeltem Wundblut (Cell Saver) ist unter Beachtung bestimmter Kriterien während der Operation möglich.

Anästhesie und Operation

Hier sind die wichtigsten Patienerinformationen zur Anästhesie in Verbindung mit einer Operation zusammengefasst

Anästhesieverfahren

Welches Verfahren für welchen Eingriff verwendet wird, hängt im Wesentlichen vom Gesundheitszustand und eventuellen Begleiterkrankungen ab. Welches Verfahren das jeweils günstigste ist, entscheidet der erfahrene Anästhesist zusammen mit dem Patienten.

Vollnarkose
Bei einer Allgemeinanästhesie (Vollnarkose) wird durch Medikamente ein kontrollierter Zustand von Bewusstlosigkeit und Schmerzausschaltung herbeigeführt, der je nach Bedarf durch eine zusätzliche Muskelerschlaffung (Relaxierung) ergänzt wird. Die meisten Baucheingriffe, Operationen an Kopf, Hals und Brustkorb, erfordern in der Regel eine Vollnarkose.

Regionalanästhesie
Eine Empfindungslosigkeit bzw. Betäubung kann bei bestimmten Eingriffen auch durch eine örtliche oder regionale Anästhesie erreicht werden. Eingriffe z. B. an Armen oder Beinen, Unterleibseingriffe und auch geburtshilfliche Eingriffe wie ein Kaiserschnitt, kleinere Prostata- oder Blasenoperationen, lassen sich gut und sicher in Regionalanästhesie durchführen. Auch bei manchen Vorerkrankungen, wie z. B. ernsthaften Störungen der Lungenfunktion, kann die Regionalanästhesie Vorteile bieten.

Kombinationsverfahren
Bei manchen Eingriffen profitiert der Patient auch von einer Kombination aus Regionalanästhesie und Allgemeinanästhesie. Dabei kann ein Schmerzkatheter schon während der Operation zur Schmerztherapie genutzt werden. Dadurch kann die dazugehörige Vollnarkose sehr schonend und die Schmerztherapie nach dem Eingriff dann optimal weitergeführt und dem Bedarf individuell angepasst werden.

Voruntersuchungen und Aufklärungsgespräch

Vor einer Narkose oder einer Regionalanästhesie werden Sie vom Anästhesisten über das schonendste Anästhesieverfahren in einem ausführlichen sogenannten Prämedikationsgespräch aufgeklärt. Stellen Sie beim Aufklärungsgespräch alle Fragen, die Sie noch beantwortet haben wollen!

Sie erhalten vor der Operation einen Anästhesie-Fragebogen (Aufklärungsbogen). Sie sollten diesen Bogen vor dem Aufklärungsgespräch aufmerksam gelesen und die Fragen beantwortet haben. Dies gilt insbesondere für Patienten, die sich einem ambulanten Eingriff unterziehen.

Manche Medikamente müssen bereits einige Zeit vor einer geplanten Narkose abgesetzt werden. Dazu zählen z.B. gerinnungshemmende Medikamente (z.B. Acetylsalicylsäure, Marcumar, …) oder blutzuckerregulierende Medikamente. Bitte befolgen sie unbedingt die Anordnungen des Anästhesisten und setzen sie die Medikamente rechtzeitig ab. In ihrem eigenen Interesse sollten Sie sich an die Anweisungen halten (Nahrungskarenz, Nikotinkarenz usw.), die ihnen der Anästhesist für die Zeit vor und nach der Operation erteilt.

Verhaltensregeln vor der Anästhesie

Um Zwischenfälle zu vermeiden, sollten Sie im eigenen Interesse folgende Sicherheitsregeln beachten:

Essen und Trinken: Eine wichtige Maßnahme vor einer Narkose besteht darin, die Nüchternheitsgrenze einzuhalten, d. h. als Erwachsener mindestens 6 Stunden vorher nichts zu essen. Bis 2 Stunden vor dem Beginn einer Anästhesie dürfen jedoch noch klare Flüssigkeiten (Mineralwasser) in kleinen Schlucken getrunken werden. Für Kinder und Säuglinge gelten andere Grenzen, über die wir im Prämedikationsgespräch informieren.

Rauchen: Bereits 24 Stunden vor einer Narkose sollten Sie das Rauchen einstellen, damit nicht schädliche Gase (Kohlenmonxid) Ihre roten Blutkörperchen blockieren und damit den Sauerstofftransport im Blut verhindern.

Tabletten: Die Einnahme morgendlicher Tabletten mit wenig Wasser ist erlaubt. Welche Ihrer üblichen Medikamente sie einnehmen sollten, besprechen wir im persönlichen Prämedikationsgespräch mit Ihnen.

Zahnprothesen: Bitte lassen Sie ggf. Zahnvollprothesen auf der Station zurück. Bei Zahnteilprothesen kann es unter Umständen sinnvoll sein, diese zu belassen. Wir werden dies während des Prämedikationsgespräch individuell mit Ihnen besprechen.

Schminke und Schmuck: Bitte schminken Sie sich ab (Make-up, Nagellack) und lassen Sie alle leicht abnehmbaren Schmuckstücke (z.B. Ohrringe, Fingerringe, Halsketten, Piercings) auf der Station. Bei gegelten oder künstlichen Fingernägeln sorgen Sie bitte rechtzeitig dafür, dass zumindest ein Nagel frei von künstlich aufgetragenen Materialien ist.

Brillen und Kontaktlinsen: Brillen sollten nur bei außerordentlich starker Fehlsichtigkeit mitgenommen werden. Kontaktlinsen dürfen nicht mit in den Operationssaal bzw. Untersuchungsraum genommen werden.

Hörgeräte: Hörgeräte sollten auch nur bei starker Hörminderung mitgenommen werden. Im Normalfall lassen Sie die Hörgeräte bitte auf Station.

Ablauf am Operationstag

Medikamente einnehmen: Mindestens am Tag des geplanten Eingriffs bekommen sie noch auf der Station ein Beruhigungsmittel. Das Medikament hilft, Stress und Aufregung zu reduzieren und macht so die Durchführung einer Anästhesie sicherer. Unter Umständen bekommen Sie zusätzliche Medikamente verordnet, die schmerzlindernd wirken, vor allergischen Reaktionen schützen oder die Magensäureproduktion hemmen.

Namen überprüfen: Vor Beginn der Operation wird man Sie in den entsprechenden Raum bringen, wo Sie vom Fachkrankenpflegepersonal der Anästhesie und vom Anästhesisten erwartet werden. Wir werden Sie nochmals nach Ihrem Namen, der Art des Eingriffs und ggf. der zu operierenden Seite fragen. Dieses Vorgehen dient Ihrer Sicherheit.

Anästhesie vorbereiten: Zur Vorbereitung für die Anästhesie überwachen wir kontinuierlich die Herztätigkeit, indem wir ein EKG anlegen und den Blutdruck messen. Als nächstes legen wir eine Infusion in eine Arm- oder Handrückenvene. Ein Fühler an Ihrem Finger zeigt uns an, wieviel Sauerstoff in Ihrem Blut ist (deshalb besteht die Notwendigkeit zumindest einen Fingernagel ohne Lacke oder künstlich aufgetragene Materialien zur Verfügung zu haben).

Anästhesie durchführen: Der weitere Ablauf ist abhängig davon, ob sie eine Allgemeinanästhesie oder Regionalanästhesie bekommen.

Allgemeinanästhesie: Nach sorgfältiger Vorbereitung und bei durchgehender Überwachung wird ein Schlafmittel gespritzt. Über eine Maske, die schon vor Beginn der Narkose leicht vor das Gesicht gehalten wird, wird Sauerstoff zugeführt. Durch die Gabe weiterer Medikamente (Schmerzmittel, Narkosedampf und ggf. Muskelerschlaffungsmittel) wird der Patient dann in einen tiefen schlafähnlichen Zustand versetzt. Bewusstseins- und Schmerzempfinden sind dabei ausgeschaltet. Durch unsere modernen Anästhesiemedikamente lässt sich die Narkose hinsichtlich Narkosetiefe und Zeitdauer heutzutage exakt und bedarfsgerecht steuern, sodass der Patient sicher schläft und trotzdem auch nach langen Eingriffen über mehrere Stunden binnen kurzer Zeit erweckbar ist.
Prinzipiell sind Narkosen heutzutage außerordentlich sicher. Die kontinuierliche persönliche Betreuung durch das Anästhesieteam und die technischen Möglichkeiten der Überwachung sowie genau steuerbare Medikamente mit definierter Wirkdauer haben das Anästhesierisiko dramatisch verringert. Das verbleibende Restrisiko lässt sich durch bestimmte Vorsichtsmaßnahmen noch weiter stark reduzieren. Das Einhalten der Nüchternheitsgrenze vor der Operation ist nur eines davon. Über spezifische Risiken und deren Vermeidung werden wir Sie im Prämedikationsgespräch genau informieren.

Regionalanästhesien: Alle Regionalanästhesien werden unter örtlicher Betäubung durchgeführt, d.h. dass die Anlage einer Regionalanästhesie für Sie nahezu schmerzlos ist. Auf Wunsch kann während der Operation zusätzlich ein Schlafmittel verabreicht werden.
Welche Form der Regionalanästhesie durchgeführt wird, hängt von der Art und vom Ort des Eingriffes ab. Rückenmarksnahe Anästhesieverfahren, wie die Spinalanästhesie oder die Periduralanästhesie eignen sich besonders für Operationen im Unterleib oder an den Beinen.
Bei jeder Regionalanästhesie besteht die seltene Möglichkeit, dass die Wirkung auf Grund individueller Faktoren nicht ganz ausreichend ist. Die Wirkung einer Regionalanästhesie wird deshalb in jedem Fall vor dem Operationsbeginn genauestens geprüft. Im Fall einer unzureichenden Ausbreitung eines regionalen Anästhesieverfahrens ist aber jederzeit der Übergang zu einer zusätzlichen Vollnarkose möglich. Aus diesem Grund ist es erforderlich, dass auch bei der Anwendung von Regionalanästhesieverfahren eine Nüchternheitsgrenze eingehalten wird.

nach der Operation

Nach einer Operation unter Allgemeinanästhesie oder Regionalanästhesie kommt der Patient in den Aufwachraum oder, falls notwendig, auf die Intensivstation.

Intensive Überwachung: Im Aufwachraum erfolgt durch speziell ausgebildetes Pflegepersonal und Anästhesisten eine intensive Überwachung aller wichtigen Körperfunktionen und falls erforderlich deren Therapie.

Fortsetzung der Schmerztherapie: Die schon während der Operation und Narkose begonnene perioperative Schmerztherapie wird fortgesetzt und so lange durchgeführt, bis der Patient schmerzfrei oder schmerzarm ist. Falls Übelkeit oder Erbrechen auftreten sollten, werden Sie nach einem Stufenplan behandelt. Da wir eine routinemäßige Prophylaxe gegen Übelkeit und Erbrechen durchführen, kommt dies nur noch im Ausnahmefall vor.

Grundlegende Bedürfnisse stillen: Normalerweise kann der Patient im Aufwachraum schon schluckweise Wasser oder Tee trinken. Insbesondere nach längeren Operationen kann es sein, dass der Patient friert. Um dies zu verhindern wärmen wir den Patienten mit einer speziellen Decke.

Besucher: Besucher sind im Aufwachraum normalerweise nicht zugelassen. In seltenen Fällen sind Ausnahmen möglich (z.B. für die Eltern von frischoperierten Kindern).

Postoperative Schmerztherapie

Auch nach einer Operation (postoperativ) ist das Auftreten von Schmerzen sehr unterschiedlich ausgeprägt und hängt von der Art des Eingriffs und dem individuellen Schmerzempfinden ab. Nach einer Operation ist eine gute Schmerzbekämpfung wichtig, damit sie sich schnell wieder bewegen können (zur Vorbeugung einer Thrombose) und schmerzfrei durchatmen können (Vorbeugung einer Lungenentzündung).
Zur Kontrolle der Schmerzbehandlung und individuellen Anpassung gibt es einen Akutschmerzdienst unseres Instituts für Anästhesie.

Bei der postoperativen Schmerztherapie unterscheiden wir zwischen der Medikamentengabe (Tabletten, Infusionen), die den ganzen Körper betrifft (systemische Schmerztherapie), und der regionalen Schmerztherapie.

Systemische Schmerztherapie: Im Rahmen der systemischen (auf den ganzen Körper wirkenden) Schmerztherapie bekommen Sie besonders bei kurzen Eingriffen schon vor oder während der Anästhesie ein Schmerzmedikament verabreicht. Wenn nach größeren Eingriffen bzw. bei stärkerem Schmerzempfinden nach der Operation im Aufwachraum wieder Schmerzen auftreten, erhalten Sie über einen vor der Narkose gelegten venösen Zugang erneut ein stark wirksames und lang anhaltendes Schmerzmittel. Diese Medikamentengabe kann auf der Station fortgesetzt werden. Dies geschieht dann anhand eines fest etablierten Schmerzkonzeptes.
In besonderen Fällen, bei denen mit längerem und höherem Schmerzmittelbedarf zu rechnen ist, kann eine sogenannte patientenkontrollierte Schmerzpumpe eingesetzt werden (patient-controlled-analgesia - PCA). Über diese PCA-Pumpe kann sich der Patient schon bei beginnenden Schmerzen über eine einfache Knopfbedienung selbständig Schmerzmittel mit prompter Wirkung verabreichen. Durch individuell programmierbare Sicherheitsgrenzen wird eine Überdosierung dabei sicher verhindert.

Regionale Schmerztherapie: Ein regionales Schmerztherapieverfahren ist z. B. die Nutzung eines Periduralkatheters, den wir bevorzugt bei großen Eingriffen einsetzen. Über eine angeschlossene Infusionspumpe wird Ihnen dann kontinuierlich ein lokales Betäubungsmittel über den Periduralkatheter zugeführt, wodurch gezielt Schmerzen im operierten Bereich ausgeschaltet werden.

Patientensicherheit

Eine Narkose ist heute sehr sicher: Das Risiko an einer Narkose zu versterben ist von 1: 10.000 im Jahr 1980 auf heute 1:200.000 stark gesunken. Dies wird durch die kontinuierliche Betreuung durch das Anästhesieteam, die verbesserten technischen Möglichkeiten der Überwachung sowie exakt steuerbare Medikamente möglich. Dadurch können heute auch Notfalloperationen und Eingriffe bei älteren oder sehr kranken Patienten sicher durchgeführt werden.
Vor einer Narkose klären wir unsere Patienten im Narkosevorgespräch (Prämedikationsgespräch) über die Risiken, und wie sie vermieden werden können, auf:

Aspiration: Ein geringes Risiko ist bei der Vollnarkose der Übertritt von Mageninhalt in die Lunge (Aspiration) mit der Folge einer Lungenentzündung bzw. -schädigung. Bei einem gefüllten Magen ist dieses Risiko verständlicherweise größer. Deshalb ist das Einhalten der Nüchternheitsgrenzen vor der Operation so wichtig. Bei einer Regionalanästhesie ist keine Beatmung notwendig, weshalb das Risiko einer Aspiration nahezu komplett entfällt.

Zähne und Zahnprothesen: Der Zustand der Zähne ist auch für eine Narkose wichtig. Prothesen und lockere Zähne können Risiken beinhalten. Wir fragen deshalb im Narkosevorgespräch nach den Zähnen. Prothesen sollen deshalb vor Beginn der Anästhesie herausgenommen werden.

Herz-, Kreislauf- oder Beatmungsprobleme: Sehr selten sind ernste Herz-, Kreislauf- oder Beatmungsprobleme z. B. aufgrund einer allergischen Reaktion, worauf wir durch die permanente Überwachung aber sofort reagieren können. Im Narkosegespräch werden Sie daher nach solchen Problemen befragt.

Vorerkrankungen: Risiken, die durch besondere Vorerkrankungen und dadurch erforderliche Medikamente bedingt sein können, besprechen wir individuell im Prämedikationsgespräch mit den Patienten, genauso unsere besonderen Überwachungsmaßnahmen in solchen Fällen.

Bluttransfusion: Bei den allermeisten Operationen ist keine Bluttransfusion notwendig. Erst wenn bei Operationen ein sehr hoher Blutverlust auftritt und das Leben des Patienten gefährdet ist, wird eine Bluttransfusion durchgeführt. Diese Entscheidung wird nicht leichtfertig sondern anhand anerkannter Kriterien getroffen. Wenn ein größerer Blutverlust vorherzusehen ist, überlegen wir schon vor der Operation, ob fremdblutsparende Maßnahmen eingesetzt werden können. Es besteht bei einigen Eingriffen die Möglichkeit, im Operationsgebiet abgesaugtes Blut aufzufangen, zu filtern und dem Patienten wieder zurückzugeben (sog. Cellsaver). Bei bestimmten Operationen, z. B. in entzündeten Gebieten, ist dies wegen der Gefahr einer Keimverschleppung allerdings nicht möglich.

Verhinderung einer Auskühlung: Prinzipiell besteht bei jeder Operation das Problem einer möglichen Auskühlung des Patienten. Dies steht mit der Herabsetzung von körpereigenen Schutzmechanismen während der Anästhesie, mit der Hautdesinfektion, der Eröffnung des Operationsgebietes und mit der Flüssigkeitszufuhr durch Infusionen in Zusammenhang. Wir wirken dem durch verschiedene Maßnahmen zum Wärmemanagement entgegen.

Ambulante Angebote

Sprechstunde zur Narkosevorbereitung
Termine nach Vereinbarung

Anästhesie bei ambulanten Operationen:
Die Anästhesieabteilung betreut die ambulanten Operationen sämtlicher operativer Fachdisziplinen.
Viele Operationen können heute ohne stationäre Behandlung durchgeführt werden, d.h. Sie können schon am Tag des Eingriffs wieder nach Hause entlassen werden. Solche ambulanten Operationen wurden erst in den letzten Jahren durch eine verbesserte Narkose- und Operationstechnik möglich. Als Patient sollten Sie keine Risikofaktoren haben, die eine längere intensive Überwachung oder Behandlung nach der Operation erfordern ( z.B. Epilepsie, schwere Herzkrankheiten, Diabetes, Nierenerkrankungen). Im Zweifelsfall wird Ihr Arzt zusammen mit dem Operateur bzw. Narkosearzt entscheiden, ob ein stationärer Eingriff vorzuziehen ist.

Ablauf:
Sie sollten am Morgen des geplanten Eingriffs nüchtern in das Krankenhaus kommen, d.h. nichts mehr gefrühstückt haben und mindestens zwei Stunden vor Beginn der Narkose nichts mehr getrunken haben. Sie erhalten eine Tablette zur Beruhigung (Prämedikation). Nach dem operativen Eingriff werden Sie in unserem Aufwachraum betreut, bis Sie wieder vollständig wach sind.
Wenn wir sicher sind, dass Sie keine Schmerzen mehr haben, dass keine Übelkeit besteht, Ihr Kreislauf stabil ist und seitens des operativen Eingriffs alles regelrecht ist, dann werden wir Sie in Begleitung Angehöriger nach Hause entlassen. Bedenken Sie bitte, dass Sie bis 24 Stunden nach einer Anästhesie nicht selbstständig am Straßenverkehr teilnehmen dürfen und dass sichergestellt sein muss, dass nach dem operativen Eingriff und der Narkose immer eine volljährige Person in der Nähe sein sollte, der Sie betreuen kann.

Qualifikationen

Ärztliche Fachexpertise:

  • Anästhesiologie
  • Intensivmedizin
  • Spezielle anästhesiologische Intensivmedizin
  • Spez. Schmerztherapie
  • Notfallmedizin
  • Leitender Notarzt
  • Allgemeinmedizin
  • Chirurgie
  • Akupunktur

Weiterbildungsbefugnisse und weitere Qualifikationen des Chefarztes Prof. Dr. Bahlmann:

  • Anästhesiologie (48 Monate)
  • Intensivmedizin (12 Monate)
  • Außerplanmäßige Professur (Universität Schleswig-Holstein, Campus Lübeck)
  • Gastdozent Repetitorium Anästhesiologicum (DAAF, www.anfofo.de)
  • Mitglied im Prüfungsausschuss der ÄKWL
  • Mitglied der Gutachterkommission der ÄKWL
  • Vertrauensdozent der Studenten im Praktischen Jahr

Pflegerische Fachexpertise:

  • Anästhesiepflege (OP und Aufwachraum)
  • Intensivpflege
  • Schmerztherapie (algesiologische Fachkraft)
  • Wundexperten 
  •  
 

Chefarzt

apl. Prof. Dr. med. Ludger Bahlmann

apl. Prof. Dr. med. Ludger Bahlmann

Facharzt für Anästhesiologie

Spezielle Schmerztherapie
Spezielle Intensivmedizin
Leitender Notarzt

 
 

Sekretariat

Katharina Rumann

Telefon: 05271 - 66 2305
Telefax:  05271 - 66 2309

E-Mail: k.rumann@khwe.de 

St. Ansgar Krankenhaus
Brenkhäuser Str. 71
37671 Höxter

 
 

Leitender Oberarzt - Brakel, Höxter

Dr. med. Jan-Hendrik Günther

Dr. med. Jan-Hendrik Günther

Facharzt für Anästhesie

Intensivmedizin, Notfallmedizin, Diplomate of the European Society of Anesthesiology (DESA)

 
 

Leitender Oberarzt - Bad Driburg

Udo Himmelmeier

Dr. med. Udo Himmelmeier

Facharzt für Anästhesiologie

Rettungsmedizin, spezielle Intensivmedizin, leitender Notarzt

 
 

Oberarzt

Edzard Müller

Facharzt für Anästhesiologie

Facharzt für Allgemeinmedizin

 
 

Oberärztin

Dr. med. Elisabeth Bönninghoff

Dr. med. Elisabeth Bönninghoff

Fachärztin für Anästhesiologie

 
 

Oberärztin

Mona Feine

Mona Feine

Fachärztin für Anästhesiologie

Notfallmedizin

 
 

Oberärztin

Petra Börning

Fachärztin für Anästhesiologie

 
 

Oberärztin

Barbara Hielscher

Barbara Hielscher

Fachärztin für Anästhesiologie

Hämotherapie

 
 

Oberarzt

M. Josch

Mirko Josch

Facharzt für Anästhesiologie

 
 

Oberärztin

Simone Becker

Simone Becker

Fachärztin für Anästhesiologie